2010Die besseren Wälder

Ab 14 Jahren 


Drei Wölfe, Vater, Mutter und Sohn Ferdinand, laufen durch den Wald. Wie Flüchtlinge ziehen sie, auf der Suche nach den „besseren Wäldern“, durch den tiefen Schnee. Sie träumen von einem anderen Leben, von einer Welt, in der die Schafe ungezählt auf den Wiesen sind. „Da leben wir Wölfe wie Wölfe.“ Doch die Jäger sind hinter ihnen her, erschießen erst die Wölfin, dann den Vater Wolf. Der kleine Wolf geht weiter. Er findet Anschluss bei Frauke und Wanja, zwei Schafe, die seit  Jahren vergebens auf Nachwuchs warten. Für sie ist Ferdinand ein Schäfchen, dass wie alle geboren wurde: „sie fallen als Flocken aus den Wolken“. Ferdinand lebt sich schnell in der Schafswelt ein, frisst Gras und Gemüse,  springt allerdings - untypisch für Schafe – vor lauter Freude hin und her über die Zäune. Er hängt mit anderen, jugendlichen Schafen auf dem Spielplatz rum, seine schöne Stimme darf das „Schave Maria“ in der Kirche singen. Einzig nach der Schafsschur ist es ihm länger kalt als den anderen. Aber die Liebe zu Melanie erwärmt ihn. Die beiden machen einen Ausflug auf die andere Seite des Zaunes. Dort kommt es zu einem Kampf mit einer alten Wölfin. Sie wird von Ferdinand vertrieben – Melanie kommt bei der Aktion auf mysteriöse Weise um. Ferdinand wird des Mordes verdächtigt. Im Gefängnis trifft er auf zwei merkwürdige Gestalten, auf Bär und Gans. Im Spiel erwecken sie in ihm den Wolf neu. Ferdinand flieht aus dem Gefängnis und schließt sich einem Rudel Wölfe an. Immer mehr drängt ihn die Frage: wer bin ich? Ein Wolf im Schafspelz oder ein Schaf mit Wolfsfell? Diese Frage stellt sich für ihn spätestens als er mit der Wölfin Mascha durch die Wälder zieht, mit Jungwolf Jannis sich einen Kampf auf Leben und Tod liefert und schließlich allein zurück bleibt.

 

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Verlag für Kindertheater
2008Neue Heimat

Ab 14 Jahren


Das Mädchen Jasmin, ihr Ex-Freund Bono, ein Türke und ein alter Mann finden sich plötzlich in einer ungewöhnlichen und recht unangenehmen Situation wieder: Nach einem Diskobesuch fährt Frank sie leider alle gegen den einzigen Baum zwischen Bergheim und Dierdorf. In einem kargen Jenseits warten sie nun auf das Jüngste Gericht, jeder auf seine Weise. Sie versuchen einander in schnellen und durchaus respektlosen Dialogen vom richtigen Glauben zu überzeugen oder davon abzubringen. Und sie sind zugleich noch ganz mit dem vergangenen Leben beschäftigt, mit dem was sie taten und gern getan hätten. Das große Strafgericht entpuppt sich schließlich eher als Komödie, doch Bestand hat hingegen der Glaube an die Freundschaft. So gibt es für alle ein unerwartetes Happy End.

 


Verlag für Kindertheater
2008Der Löwe, der nicht schreiben konnte

ab 5 Jahren


Der Löwe kann nicht schreiben, aber das stört ihn nicht, denn er kann brüllen und Zähne zeigen und mehr braucht er nicht. Eines Tages aber trifft er eine Löwin und die ist sehr schön. Und sie liest in einem Buch. Die kann man nicht einfach gleich küssen. Eine solche Dame erwartet zuerst einen Liebesbrief. Also bittet der Löwe den Affen, für ihn zu schreiben. Der nimmt Bleistift und Papier und bietet der Löwin an, mit ihm auf Bäume zu klettern und Bananen zu essen. Völliger Unsinn! Irritiert wendet sich der Löwe ans Nilpferd. Dieses fragt die Löwin, ob sie mit ihm im Fluss schwimmen und nach Algen tauchen will… Was der Mistkäfer, der Geier, die Giraffe und das Krokodil der Löwin schreiben, lässt den Löwen vor Wut fast platzen. Da naht Rettung. Die schöne Löwin hat nämlich sein Gebrüll gehört.

 


Fischertheater
2007Nur ein Tag

Ab 6 Jahren


Was, wenn man nur einen einzigen Tag hätte ... Als Wildschwein und Fuchs der Eintagsfliege beim Schlüpfen zusehen, wissen sie schon, dass es besser wäre, gleich abzuhauen. Was nämlich, wenn die Fliege bezaubernd sein wird? Dann wird man sich anfreunden und sich vielleicht sogar verlieben und es bleibt doch nur ein einziger Tag Zeit. Und wer sagt überhaupt der gerade Geschlüpften, die sich für eine Maifliege hält, die Wahrheit? Wildschwein und Fuchs stammeln sich mühsam aus der Affäre, lügen zur Not: Der Fuchs, – wie bedauernswert – würde den heutigen Tag nicht überleben, deshalb sei man so traurig. Die junge, hübsche Fliege ist ehrlich gerührt und zögert nicht lange: Dann muss eben das ganze Leben in diesen einen Tag hinein: ein ganzes langes Leben inklusive dem großen Glück!


Verlag für Kindertheater
2005Die Belagerung

ab 14 Jahren


Der Winter in dem sibirischen Dorf ist so hart, dass die Vorräte aufgebraucht wurden und kein Tier mehr zu jagen ist. Einzig die Wölfe schleichen herum, wie der Mensch sind sie auf der verzweifelten Suche nach Nahrung. Als Milan in der Not einen Wolf erschießt, um Fleisch auf den Tisch zu bringen, ergreift alle das Unbehagen. Denn, so sagt der Volksmund, wer Wolfsfleisch isst, kriegt falsche Kinder. Wenige Tage später ist das Dorf von Wölfen umgeben, die in ihrem Hunger alles zerfleischen, was sich bewegt. Und irgendwann beginnen die Wölfe zu begreifen, wie sie an die in den Häusern verbarrikadierten Menschen herankommen. Martin Baltscheit erzählt von einer im Dorf lebenden Familie, die um ihr Leben und Überleben kämpft. Erfolgreich. Denn nach tagelanger Belagerung wird die noch verbleibende Dorfgemeinschaft von der Armee gerettet.

Die Belagerung basiert auf einer wahren Begebenheit. Im Dezember 1927 belagerten Wölfe das sibirische Dorf Pilowo. Erst ein Schutztrupp der Armee konnte verhindern, dass die Wölfe den ganzen Ort auslöschten.


Fischertheater
2005Der Winterzirkus

ab 6 Jahren


Laika, der singende Hund mit dem Akkordeon, lädt alle Tiere der Stadt zum Winterzirkus am Heiligen Abend ein. Schon die tierliebe Tante Ruth hatte Anna von dem Phänomen des Winterzirkus erzählt und Annas Erstaunen wächst, als sie kurz vor Weihnachten die Sprache der Tiere verstehen kann. Dankbar entzieht sie sich den Weihnachtsvorbereitungen ihrer Familie, dem leidigen Plätzchenbacken, den kindischen Ritualen und vor allem der Frage nach dem Weihnachtsmann. Mit ihren neun Jahren ist Anna völlig klar, dass alles dies nur falscher Zauber und Geldmacherei ist. Am Heiligen Abend findet Anna auf ihrem Kopfkissen zwei Karten für den Winterzirkus. Und als sie sich heimlich davonstehlen will, ist auf einmal Tante Ruth in ihrem Zimmer, die sie begleiten wird. Zusammen mit Hunderten von Tieren stapfen die beiden durch den Schnee. Die menschlichen Hüllen haben sie abgelegt, Mäuse- und Katzengestalt haben sie angenommen. Der Winterzirkus öffnet seine Tore. 

Der geheimnisvolle Winterzirkus, die ominöse Tante Ruth, der verkleidete Weihnachtsmann, der Igel auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, der flapsige Vater, die weihnachtsbeseelte Mutter und die unsichere Anna ergeben in ihrer Summe eine berührende Antwort auf die Frage, ob es den Weihnachtsmann und damit das nicht Erklärbare wirklich gibt.

"ganz egal, an was du glaubst / und ganz gleich, wem es gefällt /
sollte es dem Leben dienen / passt es gut in diese Welt" 


Fischertheater
2005Schneewittchen darf nicht sterben

Ab 13 Jahren


Was macht man mit der Vorstellung, wenn die Schauspieler plötzlich streiken oder anderswo unterwegs sind? Absagen, meint der Direktor, und der Techniker macht schon mal das Licht aus. Schneewittchen deluxe muss ausfallen, das Publikum wird nach Hause geschickt. Aber die Zuschauer wollen nicht gehen. Ein Mädchen meldet sich und findet, man solle trotzdem spielen. Wenn Schneewittchen nicht da ist, könnte man doch eine andere Story erfinden. Der Direktor ist einverstanden. Er holt Angelika auf die Bühne, und sie beginnt spielerisch mit einer Geschichte mitten aus dem Leben - mit ihrer eigenen. Angelika, sechzehnjährige Tochter eines wohlhabenden Kaufhausbesitzers, hat alles, was sie braucht und noch mehr. Aber: Sie will sich umbringen. Nur warum? 
Die Theaterleute steigen in das Spiel ein. Sie steuern ihr Fachwissen bei, übernehmen verschiedene Rollen und suchen nach dem Kern der Story. Ben wird dazugeholt, ein Zuschauer wie Angelika, auch er sechzehn Jahre alt. In Bens Geschichte geht es um seinen arbeitslosen Vater.

Im Spiel verbinden sich die zwei Geschichten zu einer einzigen. Mit viel Witz und etwas Sentiment wird sie mit allen Mitteln erzählt, die dem Theater zur Verfügung stehen. Und auch über das Theater selbst erfährt man so einiges. Aber das ist kein Spiel im Spiel, sondern Theater, das zur Wirklichkeit wird, und Wirklichkeit, die nur durch das Theater wahrhaftig werden kann.


Fischertheater
2003Die Überredung

Ab 14 Jahren


Gibt es einen guten Grund, auf die Welt zu kommen? Diese Frage stellt Vito, königlicher Nachfolger, gleich nachdem er seinen Kopf aus dem mütterlichen Schoß streckt. Dickköpfig besteht er auf eine Überredung. Vorher sehe er keine Notwendigkeit, das wärmende Innere der Königin zu verlassen. Arzt, König, Präsident und Hebamme, die Zeugen dieses Wunders, sind sprachlos und überbieten sich an Überredungskünsten. Genuss, Sinnlichkeit, Glaube, Liebe, die Bandbreite menschlicher Sinnsuche wird eindrucksvoll demonstriert. Doch vergebens. Scharfzüngig und klarsichtig entlarvt der Säugling die Makel aller Vorschläge. In der dritten Nacht aber entdeckt eine Putzfrau seinen Kopf zwischen den mütterlichen Beinen. "Kopf ist im Arsch", kreischt sie und lacht und lacht und lacht und haut mit dem Besen auf diese Lächerlichkeit. Vito erbost. Schimpft. Und will ihr hinterher ...

"So wie beschriebener Noch-Nicht-Geborener zwischen Himmel und Erde, zwischen Mutter und Boden zu verharren scheint, so verharren wir Zuschauer mit ihm in jenem Zwischenreich. Selig. Denn für einen langen Moment lässt das Theater die Zeit still stehen und wir dürfen uns mit dem ungeborenen Prinzen Antworten vergegenwärtigen auf die existenziellen Fragen, was uns treibe, warum es sich zu leben lohnt. Vom Büchnerschen Geist durchweht, fährt uns dieses Stück Theaterliteratur ins Gemüt, unprätentiös, romantisch, bösartig. Einfach großartig." (Aus der Urteilsbegründung des Duisburger Kinder- und Jugendtheaterpreises 2003 Kaas&Kappes)


Fischertheater
2002Der harte Hans

Erzählt wird die Geschichte eines sehr weichen, jungen Mannes, der mit Hilfe des Superhelden Stahlmann zu einem echten Kerl umerzogen werden soll. Die Umerziehung klappt. Hans wird hart, setzt sich durch und wird sogar Präsident. Er tut was er will, ohne Rücksicht auf Volk und Freundschaften. Dann aber auf dem Gipfel des Erfolges, verwandelt sich alles was er berührt in Blei. Allein, umgeben von stahlharten, leblosen Dienern, einschliesslich seiner geliebten Braut, macht er sich auf die Suche nach Stahlmann, um sich von dem Fluch zu befreien. 

 

Erschienen als Hörspiel beim WDR



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